Besuch vom NFV-Präsident

Informativer Vereinsdialog mit der NFV-Verbandsspitze beim TV Falkenburg

„Wir sehen den Verein nicht als Dienstleister, sondern als Gemeinschaft.“ Marten Meyerholz, 1. Vorsitzender des TV Falkenburg, möchte damit in seinem Verein den Zusammenhalt stärken. Dies betonte der Landwirt beim jüngsten Vereinsdialog in Falkenburg, einer Ortschaft in der Gemeinde Ganderkesee im niedersächsischen Landkreis Oldenburg.

Warum sich der Verein nicht so sehr als Dienstleister versteht, hob Meyerholz in seinen einführenden Worten hervor. Die Mitglieder aller Abteilungen sollten sich ihrer Eigenverantwortung bewusst sein und sich nicht nur bedienen lassen. Im Gegenzug biete der Verein zwei gepflegte Rasenplätze, neue Umkleidekabinen und auf dem Hauptplatz eine Flutlichtanlage. Das Besondere daran: Der TV Falkenburg ist Eigentümer der gesamten Sportanlage.

„Wer Kosten verursacht, muss sie auch bezahlen“, lautet der Leitsatz von Meyerholz. Den Verein als Gemeinschaft zu sehen und weniger als Dienstleister und einen Sportler auch mal zusätzlich an den Kosten zu beteiligen, sei ein interessanter und nachvollziehbarer Denkansatz, betonte NFV-Präsident Günter Distelrath: „Ich finde es bemerkenswert und durchaus richtungsweisend, dass Euer Verein die Gemeinschaft so deutlich in den Vordergrund rückt.“

Die NFV-Delegation mit Günter Distelrath und NFV-Direktor Bastian Hellberg an der Spitze zeigte sich beeindruckt und lobte dieses gradlinige Gerechtigkeits- und Verursacherprinzip ebenso wie Bezirksvorsitzender Dieter Ohls, der den Vereinsdialog moderierte, und der Kreisvorsitzende Oldenburg-Land/Delmenhorst Erich Meenken. Marten Meyerholz nimmt nach eigener Aussage auch in Kauf, „dass der eine oder andere Sportler deswegen den Verein verlässt“.

Sorgen macht sich der 1. Vorsitzender des Turnvereins, wenn er einen Blick auf seine Nachwuchsabteilung richtet. „Unser Problem ist, dass wir für die nächste Saison noch keinen Übungsleiter für unsere B-Junioren gefunden haben.“ Auch bei dieser Angelegenheit ist Meyerholz konsequent: „Dann müssen wir diese Mannschaft künftig vom Spielbetrieb abmelden.“ Die größte Baustelle im Verein, einen 2. Vorsitzenden im Verein zu finden, hat er zu seiner großen Erleichterung schließen können. Dennoch sei es auch beim TV Falkenburg äußerst schwierig, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeit für die Vereins- und Vorstandsarbeit zu finden, sagte Meyerholz.

Der 1897 gegründete TV Falkenburg ist ein Mehrspartenverein (Fußball, Leichtathletik, Gymnastik, Handball und Walking) und hat rund 380 Mitglieder. Die größte davon ist die Fußballsparte mit acht Mannschaften (drei Herren-, zwei Altherrenteams sowie jeweils eine Damen-, eine A- und B-Juniorenmannschaft) und rund 250 Mitgliedern. Bei den jüngeren Jahrgängen kann der Turnverein keine Teams stellen. Dagegen hat der TV genügend Schiedsrichternachwuchs. Die Jugendlichen finanzieren mit ihren Einsätzen ihr Taschengeld“, informiert der Vorsitzende. Er selbst spielt noch aktiv in der ersten Kreisliga-Herrenmannschaft. „Damit haben wir die für uns höchste Spielklasse erreicht“, so der 1. Vorsitzende.

Zum Beitragsaufkommen des Vereins: Mitglieder der Fußballabteilung müssen monatlich zwölf Euro, plus anfallende Passgebühren zahlen. Der Familienbeitrag liegt bei monatlich 14 Euro. Jugendspieler sind von der Passgebühr befreit. Wer dem Förderverein auch noch beitreten möchte, muss jährlich zusätzlich 24 Euro zahlen.

Einen Beitrag zum Energiesparen wird der TV Falkenburg demnächst auch leisten. Denn er plant, das Flutlicht auf „LED“ umzustellen. Der Verein rechnet mit eigenen Kosten in Höhe von 15.000 bis 20.000 Euro. Dass die Fußballer im Verein auch selbst mit anpacken können, verdeutlicht ein Beispiel aus der Vergangenheit, als vor einigen Jahren ein neues Umkleidegebäude (Gesamtkosten 280.000 Euro) mit 40 Prozent Eigenleistungen erstellt wurde. Bemerkenswert auch noch dies: Die Spieler müssen die Kosten für die Reinigung der Umkleidekabinen selbst tragen. Ein Beitrag zur Sauberkeit und Hygiene. Außerdem werden die Fußballer damit zur Sparsamkeit erzogen.

Denn Sparen müssen sie beim TV Falkenburg, um den Haushalt mit einer schwarzen Null abschließen zu können. „Wir zahlen keine Fahrtkosten für unsere Mannschaften. So kommen wir gut über die Runden. Uns fehlen leider Sponsoren“, berichtet Meyerholz. Der Verein möchte gerne in naher Zukunft neben den Umkleidekabinen eine Sporthalle bauen. Derzeit kann das Projekt jedoch noch nicht finanziert werden. Optimismus ist vorhanden, jetzt fehlt nur noch eine solide Finanzierung. Im Namen der NFV-Delegation fanden Günter Distelrath und Dieter Ohls abschließend lobende Worte: „Wir bedanken uns für das offene Gespräch und die vielen Informationen, die wir erhalten haben.“

Reiner Kramer (Nordwest Zeitung)

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